Mittwoch, 19. März 2014

Candidate Experience #3: Zahlen, Daten, Fakten

Nachdem ich bereits ausführlich auf die Theorie der Candidate Experience und des Candidate Experience Managements eingegangen bin, möchte ich mich in diesem Artikel Zahlen, Daten und Fakten aus diversen nationalen und internationalen Studien widmen. Man kann die für uns interessanten Ergebnisse inhaltlich in zwei Cluster unterteilen - zum einen Ergebnisse, welche uns Rückschlüsse auf die konkrete Candidate Experience geben und zum anderen Ergebnisse, welche uns Einblick in die Konsequenzen einer guten oder schlechten Candidate Experience zeigen.



Der Bewerber, das unbekannte Wesen:

Bei der Betrachtung der Studien fällt besonders auf, dass viele Unternehmen sich noch immer viel zu unzureichend um die Candidate Experience ihrer Bewerber kümmern.

  • Neun von zehn Stellensuchende geben an, die Eindrücke während eines Einstellungsgesprächs als wichtige Entscheidungsgrundlage für die Annahme eines Jobangebots zu nutzen. (Bewerbungspraxis 2013" vom Centre of Human Resources Information Systems der Universitäten Bamberg und Frankfurt mit Unterstützung von Monster Worldwide Deutschland)
     
  • Mehr als ein Drittel (34 %) aller Online-Bewerbungen dauern zwischen 31 und 60 Minuten 
    ("Candidate Experience Report 2013")

  • Lediglich 4 % möchten als 30 Minuten in eine Online-Bewerbung zu investieren ("Online Recruiting Studie 2014" von Softgarden in Kooperation mit der Hochschule Heilbronn)

  • Nur gut ein Drittel, war bisher durchweg zufrieden mit den Erlebnissen bei Vorstellungsgesprächen ("Was nervt Sie bei der Jobsuche"; Kaladyo.de 2012)
     
  • 59 % der Bewerber gaben an, dass sie es schon mit unvorbereiteten Interviewern zu tun hatten. ("Was nervt Sie bei der Jobsuche"; Kaladyo.de 2012)
     
  • Nur gut die Hälfte hat überwiegend positive Eindrücke in Einstellungsgesprächen / Bewerbungsprozess gewonnen (Hier deckungsgleich sowohl "Bewerbungspraxis 2013" als auch "Candidate Experience Report 2013")

Die Konsequenzen:

Jetzt gibt es bestimmt den einen oder anderen, der sich denk "Na und? - unzufriedene Bewerber gab es immer und wird es immer geben, also warum sollte ich mich darum kümmern?"
Die Konsequenzen, welche mit einer Candidate Experience einhergehen, sieht man wie folgt (Alle samt entnommen der Studie "Candidate Experience Report 2013"):

  • 82 % der Bewerber würden positive Erfahrungen mit deren Freunden teilen 51 % würden dies sogar im Social Media tun (Glassdoor; Twitter; Facebook oder Google+)
     
  • Candidate Experience wirkt auch auf das Onboarding – Kandidaten mit einer positiven Candidate Experience schauen mit mehr Vorfreude auf ihren ersten Arbeitstag als Kandidaten mit einer weniger guten Candidate Experience.
     
  • Nur 4,9 % der Kandidaten mit einer positiven Candidate Experience würden sich nicht erneut bei dem Unternehmen bewerben. Dafür aber 72,8 % der Kandidaten mit einer negativen Candidate Experience
     
  • 96,9 % der Kandidaten mit einer positiven CE würden jemanden aus deren Bekannten-/Freundeskreis dazu raten sich bei dem Unternehmen zu bewerben. Nur 33,2 % der Kandidaten mit einer schlechten CE würden dies tun.
     
  • 23 % der Kandidaten mit einer besonders guten CE, können sich vorstellen Produkte des Unternehmens zukünftig stärker zu kaufen
Also:
Also liebe Mit-Personaler - es gibt noch viel zu tun; der Weg zu einer echten Bewerber-Orientierung (im Sinne einer Kundenorientierung) ist noch lang. Als Abrundung möchte ich noch eine Statistik aus der "Online Recruiting Studie 2014" von Softgarden in Kooperation mit der Hochschule Heilbronn zitieren:

Welches Statement trifft eher Ihre Haltung?
36 % Als Bewerber bin ich Kunde
64 % Ich muss mich nach dem Unternehmen richten

Mehr zum Thema Candidate Experience gibt esregelmäßig in meiner Übersicht.

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