Montag, 2. April 2012

Recruiting Trends im Mittelstand #1

Recruiting Trends im Mittelstand 2012 Recruiting Trends im Mittelstand 2012
Im Januar 2012 haben die Monster Worldwide Deutschland GmbH und das Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Bamberg und Frankfurt gemeinsam die Studie "Recruiting Trends im Mittelstand 2012" veröffentlicht, wie ich bereits in meinem Artikel "Mittelstand im Trend beim Personalmarketing" berichtet habe. Nachdem die Studie bereits in einigen Medien beleuchtet wurde, möchte ich diese Studie nun genauer unter die Lupe nehmen. Dazu werde ich im ersten Teil genau auf die Inhalte aus der Studie eingehen und im zweiten Teil Thomas Aufermann - Senior Sales Director Central Europe der Monster Worldwide Deutschland GmbH - zu den Ergebnissen dieser Studie interviewen.

Optimistische wirtschaftliche Prognose:

Der Mittelstand blickt optimistischer auf die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung: Im Vergleich zum Vorjahr haben die befragten mittelständischen Unternehmen eine optimistischere Haltung zu deren wirtschaftlicher Entwicklung. 62,1 % aller Unternehmen prognostizieren eine gute oder sehr gute Geschäftsentwicklung in diesem Jahr. Für das Jahr 2011 gaben dies hingegen nur 54 % der befragten Unternehmen an.


War for Talents wird noch intensiver:

Mehr Stellen, die schwieriger oder gar nicht besetzt werden können: Für fast die Hälfte aller Stellen (46,8%) gehen die befragten Unternehmen davon aus, dass sie nur schwierig oder gar nicht besetzt werden können. Vor zwei Jahren lag dieser Wert noch bei 39,7 %. Grundsätzlich gaben 90,5 % der befragten Unternehmen an, dass der "War for Talents" 2012 noch schwerer werden wird. im Vorjahr gaben dies nur 72,9 % an.


Die Top 10 der einflussreichsten Trends für die Personalbeschaffung 2012:
  1. Demografischer Wandel
  2. Fachkräftemangel („War for Talent“)
  3. gesetzliche Rahmenbedingungen
  4. Wirtschaftskrise
  5. Mitarbeiterfluktuation
  6. Kultur- und Wertewandel
  7. Globalisierung
  8. geringe Bewerbermobilität
  9. neue Formen der Arbeit
  10. Social Media/Web 2.0
Das Thema Gender-Diversity hat es nicht in die Top-10 geschafft. Das kann aus meiner Sicht (mindestens) zwei Ursachen haben. Entweder liegt es daran, dass bei den befragten Unternehmen das Thema nicht so dringend ist, weil der Mittelstand in dem Bereich besser aufgestellt ist, als manch ein Konzern. Oder das Problem wurde noch nicht erkannt.

Die Top 10 der größten internen Herausforderungen von Personalabteilungen 2012:
  1. Binden: Mitarbeiterbindung, Retention-Maßnahmen entwickeln
  2. internes Arbeitgeber-Image: Aufbau eines nach innen gerichteten Arbeitgeber-Images („Employer of Choice“ bleiben)
  3. Employer Branding: Aufbau einer starken Arbeitgebermarke
  4. Alignment: Abstimmung zwischen Personalmarketing und Fachabteilungen
  5. Candidate Relationship Management: Beziehungspflege zu interessanten Kandidaten
  6. „Know your Talent“: zielgruppenspezifische Kandidatenansprache, Definition und Identifikation neuer und relevanter Zielgruppen
  7. Sichtbarkeit: Bewusstsein für Personalmarketing bei Entscheidungsträgern schaffen, Top-Management-Support
  8. Hochschulen: Hochschulkooperationen und Hochschulmarketing
  9. Nutzen des Personalmarketings: Nutzenbeitrag des Personalmarketings für das Unternehmen aufzeigen
  10. Strategie-Implementierung: Personalmarketingstrategie explizit aufbauen und umsetzen
Hierbei finde ich es in erster Linie interessant, dass die zwei am wichtigsten eingeschätzen Punkte sehr nach innen gerichtet sind.

Recruiting-Kanäle: 
Kostenlos vor Print vor Internetstellenbörse

Der deutsche Mittelstand nutzt in erster Linie kostenlose Medien, um Vakanzen auszuschreiben. 57,3 % der befragten Unternehmen schreiben Vakanzen auf der eigenen Unternehmenswebseite aus, gefolgt von der (in der Regel auch kostenlosen) Ausschreibung über die Arbeitsagentur mi 36,1 %. Auf dem dritten Platz folgt die klassische Printanzeige (35,7 %) und dann erst Internet-Stellenbörsen (Monster, Stepstone etc.) mit 31,3 %.  

Social Media zum Teil noch Black-Box
 
Die Teilnehmer dieser Studie wurden nach ihrer Social-Media-Nutzung zu folgenden Punkten befragt: "Schalten von Stellenanzeigen", "Image-Werbung", "Aktive Suche nach Kandidaten" und "Aktive Suche über interesante Kandidaten". Als Antwortmöglichkeit wurden wurden "Facebook", "Xing", "LinkedIn", "Youtube" und "Twitter" vorgegeben.
Das Ergebnis ist sehr ernüchternd und deckt sich ehrlich gesagt nicht hundertprozentig mit meiner Erfahrung (wobei ich die Tendenz nachvollziehen kann). 0,00 % der Befragten nutzten Youtube oder Twitter. Auch die anderen Medien wurden noch nichtmals jedem zehnten Unternehmen genutzt.. Der Maximalwert lag bei der Schaltung von Stellenanzeigen via Facebook, was "immerhin" 8,8 % der Befragten angaben. Nur knapp jedes zwanzigste Unternehmen (5,2%) nutzt Xing für Stellenausschreibungen (obwohl es dort auch kostenlose Möglichkeiten gibt).

Fast jeder zweite Befragte (47,5%) gab an, dass er nicht wisse, ob über sein Unternehmen auf Arbeitgeberplattformen diskutiert wird. Knapp ein Drittel der Befragten (32,8 %) wussten auch nicht, ob in anderen sozialen Medien über ihr Unternehmen gesprochen wird.


Empfehlungsmarketing gewinnt an Bedeutung

Auch hier existiert noch Verbesserungspotenzial: Zwar gaben 78% der befragten Unternehmen an, dass Mitarbeiterempfehlungen einen wichtigen Rekrutierungskanal darstellt. Jedoch nutzt davon nur die Hälfte (39%) diesen Kanal gezielt, indem sie interne Mitarbeiter dazu gezielt motivieren, für das Unternehmen zu werben. Weiterhin klafft eine Lücke zwischen Anspruch und Realität: 82 % der befragten Unternehmen gaben an, dass sie ihre Strategie auf Mitarbeiter als Botschafter ausgerichtet haben. Aber nur 67,2 % der befragten Unternehmen gaben an, dass ihre Mitarbeiter tatsächlich als Botschafter agierten.



Wenn Sie noch weitere Details dieser Studie betrachten wollen, wenden Sie sich an die Universität-Bamberg oder Monster Worldwide Deutschland GmbH, welche mir freundlicherweise die komplette Studie haben zukommen lassen.

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1 Kommentar:

  1. Dem kann ich nur zustimmen. Ich bin auch als HR Manager in einem mittelständischen Unternehmen tätig :-) Spiegelt schon den Alltag wieder!

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