Freitag, 31. Oktober 2014

Start-Ups in der HR-Branche: Heute mit Dimitrios Sapountzis von Katialo

Heute widme ich mich einem brandneuem Start-Up aus dem Herzen des Rheinlandes. Katialo ist der Name der neuen Plattform, welche Content über Arbeitgeber mit einer Online-Stellenbörse kombiniert - ganz nach dem Motto "Content ist King".
Dazu habe ich Dimitrios Sapountzis interviewt - einem der vier Gründer von Katialo - und gleichzeitig dem Verantwortlichem für Marketing und Kommunikation.


Tim Verhoeven: Erzähl uns kurz, wie es dazu kam, dass ihr Katialo ins Leben gerufen habt.

Dimitrios Sapountzis: Der Ursprung unserer Idee ist eine relativ einfach zu erklären: wir hatten damals das Jahr 2013 und dennoch bestand das Recruiting aus den selben Stellenanzeigen die 1986 noch in der Lokalzeitung standen. Wir fragten uns, woran das lag. Das Internet bzw. die Technik kann sehr viel, wieso beschränkt man sich auf Stellenanzeigen? Gleichzeitig sahen wir ein Problem in der Auffindbarkeit der meisten deutschen Unternehmen. In Deutschland gibt es 136.000 Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern. Wie soll man auf diese Aufmerksam werden wenn man sie nicht kennt. Hier kommt unsere Idee ins Spiel - die Möglichkeiten des Web mehr ausschöpfen als dies bisher der Fall war und eine Zentrale Anlaufstelle zu erschaffen auf der man alle unbekannte Unternehmen auf einen Haufen hat inkl. so ausführlicher Darstellung, dass die Fragen „Wer sind die?“ und „Wieso soll ich da arbeiten?“ nicht mehr gestellt werden müssen. Das Gründerteam war schnell gefunden, meinen Vater kannte ich nun schon ein paar Jahre ;-) und Freunde von mir waren im Bereich Kommunikationsdesign und Web-Development tätig. Unser Gründerteam bestand aus: Angelos Sapountzis, Konstantinos Kazianis, Vitalis Sarias und Dimitrios Sapountzis.

Tim Verhoeven: War es von Anfang an der Plan, das Portal zu kommerzialisieren? Wie sieht das Geschäftsmodell genau aus?

Dimitrios Sapountzis: Ja! Es war von Anfang unser Plan die Plattform kommerziell zu betreiben, da
wir natürlich auch einen hohen Aufwand in dieses Projekt investierten. Hochachtung vor nicht-kommerziellen Projekte, wie beispielsweise Wikipedia, aber das war nicht unser Ziel. Wir differenzieren uns in einem Punkt recht stark von der Konkurrenz, wir bieten die Produktion von Content für das Arbeitgeberprofil an. Darüber hinaus ist katialo besser Strukturiert, übersichtlicher und konzentriert sich auf die Belange und Wünsche der Bewerber! Unternehmen spielen bei uns die zweite Geige.

Tim Verhoeven: Wie habt ihr euch finanziert bzw. am Anfang über die Runden gehalten insb. als erste regelmäßige Kosten auftraten?

Dimitrios Sapountzis: Am Anfang war die Finanzierung durch unsere Stammeinlage sichergestellt, später mussten wir jedoch auch andere Projekte machen um uns über Wasser zu halten. Eine komplette Kostendeckung über unsere Plattform katialo war zu dem Zeitpunkt noch nicht machbar, da wir den Unternehmen kostenfreie Probezeiten angeboten haben. Einer der Mitgründer hatte noch seine Agentur und darüber haben wir uns dann mit diversen Aufträgen finanziert.

Tim Verhoeven: Welche unternehmerischen Meilensteine gab es bei euch - und welche stehen als nächstes an?

Dimitrios Sapountzis: Wir freuen uns über jeden Fortschritt, ohne da jetzt spezielle Momente herausheben zu wollen. Natürlich war der Tag an dem man das erste mal seine Vision in Realität gesehen hat ein besonderer, aber wir gehen stark davon aus, dass noch weitere dieser Art folgen.

Tim Verhoeven: Gibt es Dinge, die ihr im Nachhinein anderes machen würdet?

Dimitrios Sapountzis: Hinterher weiß man immer mehr! Natürlich gäbe es genug Dinge, die ich mit dem heutigen Kenntnisstand anders machen würde, aber Tatsache ist nun einmal, dass ich dieses Wissen nicht hatte. Es wird bestimmt auch noch genug Dinge geben die wir in Zukunft falsch machen, aber das ist auch gar nicht schlimm – das wichtigste ist: aus Fehlern lernt man!

Tim Verhoeven: Inwieweit hbat ihr euch beraten lassen zu den ganzen "Formalitäten" einer Gründung?

Dimitrios Sapountzis: Der Cousin eines unserer Gründer ist Steuerberater. Dieser hat uns bei allen Formalitäten beraten.

Tim Verhoeven: Wie schwer war es Anfangs andere von eurer Geschäftsidee zu überzeugen?

Dimitrios Sapountzis: Das Anfangsteam bestand nur aus Gründern, daher war da keine große Überzeugungskraft zu leisten. Der nächste der dazu kam war Stephan, unser Programmierer, ihn zu überzeugen hat genau 45 Minuten gedauert. Am nächsten Tag saß er dann schon bei uns im Büro. Wir haben noch 2 Personen im erweiterten Team, die wir je nach Auftragslage dazu holen, hier war auch keine große Überzeugungskraft zu leisten.

Bei Investoren sah die Sache ein wenig anders aus, hier hatten wir extreme Probleme. Die einen
haben die Notwendigkeit einer solchen Plattform nicht erkannt oder waren der Meinung, dass es doch schon mit kununu gäbe, welches alle diese Seiten abdecken würde. Generell war meiner Erfahrung nach die Bereitschaft der deutschen Investoren-Szene sehr gering in ein Unternehmen zu investieren, dass sein Geld über den B2B Bereich reinholt. Jedoch haben wir das dann doch noch geschafft: Ganz aktuell, haben wir Marc Pasture (ehem. RWE-Vorstand) als Business Angel für uns gewinnen können.

Tim Verhoeven: Was würdest du einem Absolventen raten, der ein Startup in der HR- Branche gründen möchte?

Dimitrios Sapountzis: Egal wie gut deine Idee ist, geh mal davon aus dass die Unternehmen dich nicht brauchen und nicht auf dich gewartet haben. Aber gerade das sollte nicht abschrecken, sondern motivieren. Wenn du glaubst dass durch dich der HR Markt besser wird, dann gib alles dafür, suche dir die Unternehmen die deine Vision teilen und die ersten Schritt mit dir gemeinsam gehen.

Kommentare:

  1. Die Idee Überzeugt mich nicht. Erinnert zu stark an kununu, aber lange nicht so informativ. Und ich bin mir sicher, dass die Jungs damit auf lange Sicht kein Geld verdienen werden. Auch finde ich es relativ intransparent, denn ich habe nach 5 Minuten Suche nirgends irgendwelche Preise gefunden. Oder ist das Angebot für Unternehmen komplett kostenfrei?!
    Und vielleicht sollte sich Herr Sapountzis mal die Frage stellen, ob es vielleicht daran liegt, dass sich Stellenanzeigen im Laufe der Jahre kaum verändert haben, weil es eben funktioniert und sie genau das tun was sie sollen: den Jobinteressenten über eine Vakanz eines Unternehmens zu informieren. Sicherlich ist die Technik sehr weit und man kann unglaublich viele neue Dinge machen. Nur besteht dazu wirklich eine Notwendigkeit? Mich als Jobinteressenten würden diese ganzen Zusatzinformationen eher ablenken und teilweise auch stören. Daher denke ich nicht, dass dieses Informationsportal (mehr sehe ich darin nicht) auf lange Sicht funktionieren wird (die meisten Investoren haben es ja ähnlich gesehen!). Ist halt immer wieder das Gleiche, wenn Werbe- und Marketingleute den Jobbörsenmarkt revolutionieren wollen!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dimitrios Sapountzis12. Februar 2015 um 14:11

      Sehr geehrter Herr/Frau Anonym,

      das bedauer ich zwar, Sie nicht überzeugt zu haben, aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.
      Kununu ist eine BEWERTUNGSplattform, und das macht diese auch gut, Informationen von Arbeitgeberseite aus sind dort jedoch mehr als dürftig. Darüber hinaus hat Kununu nach uns ihr neues Design gelauncht.
      Sie finden aus folgendem Grund keine kosten, da wir der Konkurrenz, von der Sie bestimmt auch stammen, keinen Einblick in unsere Kostenstruktur geben möchten. Unternehmen können diese jedoch jederzeit Anfragen und bekommen Auskunft.

      "Dat hammer schon immer so jemacht" ist ein altes rheinisches Sprichwort, Sie scheinen ein großer Fan davon zu sein. Die Tatsache, dass etwas funktioniert (gut oder schlecht sei dahingestellt) hat in der Geschichte der Menschheit selten dafür gesorgt, dass Innovationen ausbleiben, wieso also in diesem Fall?
      Wir zwingen Sie nicht unsere Plattform zu nutzen, und Sie als nicht Werbe- und Marketingtype haben bestimmt ganz tolle Ideen. Ich bin gespant.

      Löschen