Dienstag, 9. Dezember 2014

Start-Ups in der HR Branche - Robin Sudermann von Talents Connect

Robin Sudermann
Heute ist es wieder so weit - wir gehen in eine neue Runde meiner Serie über Start-Ups in der HR-Branche. Wieder einmal interviewe ich den Gründer eines Start-Ups, welches sich mit einer Thematik beschäftigt, die jeder Personaler und auch jeder Bewerber kennt: Stellenanzeigen-Kauderwelsch und der sogenannte "Fit" zwischen Bewerbern und Job.

Dazu habe ich heute das Vergnügen Robin Sudermann - Mitgründer und CEO der 22CONNECT AG zu interviewen und von ihm Einblicke in das Gründer-Leben zu bekommen.

Tim Verhoeven: Erzähl uns kurz, wie es dazu kam, dass du Talents Connect ins Leben gerufen hast.

Robin Sudermann: Die Idee für Talents Connect wurde eigentlich schon auf dem Campus geboren. Ich habe damals selbst erfahren, wie groß die Orientierungslosigkeit als Student sein kann. Wie alle anderen fragte ich mich: Welcher Job in welchem Unternehmen passt zu mir – und was will ich wirklich machen? Ich habe dann losgelegt und mich beworben, um herauszufinden, was und wer hinter den ganzen anscheinend passenden Stellenanzeigen steckt. Dabei stellt wohl jeder Bewerber schnell fest, dass der Informationsgehalt von Stellenanzeigen einiges zu wünschen übrig lässt und Bewerbungsprozesse nach außen sehr intransparent sind. Wer das ein paar mal mitgemacht hat, der bekommt eine Ahnung davon, warum nur 22% der Vorstellungsgespräche überhaupt zu einem Arbeitsverhältnis führen (vgl. Staufenbiel Studie). Genau das wollten meine Mitgründer und ich verbessern. Wir haben uns während der Arbeit für eine Kölner Werbeagentur kennengelernt und gemeinsam diese Idee verfolgt. Nachdem wir uns 2011 u.a. im Bereich Employer Branding selbständig gemacht hatten, konnten wir Ende 2012 aus eigenen Mitteln einen Prototypen von Talents Connect entwickeln. Dieser kam gut an, bei unseren Bestandskunden und den ersten Investoren. Richtig gestartet mit www.talentsconnect.com sind wir dann im Sommer 2013.

Tim Verhoeven: War es von Anfang an der Plan, das Portal zu kommerzialisieren? Hattest du von Anfang an einen Business-Plan?

Robin Sudermann: Ja, wir wollten von Anfang an auch Geld mit Talents Connect verdienen. Deshalb haben wir rund um Talents Connect nicht nur eigene Businesspläne, sondern gleich ein ganz neues Startup konzipiert, die 22CONNECT AG. Die Plattform ist und bleibt für Arbeitsuchende kostenlos, wir finanzieren uns über die Beiträge der Unternehmen, die Stellenanzeigen schalten oder auch mobile Karriereseiten buchen.

Tim Verhoeven: Wie hast du dich finanziert bzw. am Anfang über die Runden gehalten insb. als erste regelmäßige Kosten auftraten?

Robin Sudermann: Mit dem Prototypen von Talents Connect konnten wir Ende 2012 mehrere Privatinvestoren für die Idee gewinnen. Zusammen mit dem Eigenkapital des Gründerteams hatten wir so den Rücken frei für die Unternehmensgründung und konnten auch die ersten regelmäßigen Kosten wie Büromiete und Gehälter stemmen. Heute machen wir Umsatz aus eigener Kraft und konnten zudem weitere Aktionäre hinzugewinnen.

Tim Verhoeven: Welche unternehmerischen Meilensteine gab es bei euch?

Robin Sudermann: Die wichtigsten Meilensteine sind vor allem die Gründung der 22CONNECT AG am 4. März 2013 und der öffentliche Launch von Talents Connect am 13. Juni 2013. Schon im Juli 2013 haben wir dann erfolgreich den ersten Job vermittelt. Ende des Jahres hatten wir bereits knapp 20 Mitarbeiter und die Büros wurden zu eng. Deshalb sind wir im Februar 2014 in ein größeres Büro gezogen, heute arbeiten dort schon über 30 MItarbeiter an Talents Connect. Ein wichtiger Meilenstein war auch der Re-Launch im Juni 2014. Knapp ein Jahr nach der Erstveröffentlichung wurde Talents Connect runderneuert und ist seitdem auch mobil verfügbar und als Software-as-a-Service-Lösung für Unternehmen erhältlich.

Tim Verhoeven:  Gibt es Dinge, die du im Nachhinein anderes machen würdest?

Robin Sudermann: Das meiste würden wir im Gründerteam vermutlich genau so wieder machen – denn es hat ja funktioniert. Aber natürlich haben wir auch viel dazugelernt. So haben wir z.B. anfangs viel Zeit darauf verwendet, einen größeren Bankkredit zu bekommen. Das würden wir so nicht noch einmal machen, sondern uns voll auf private Investoren konzentrieren. Insgesamt haben wir aus eigener Berufserfahrung und vor allem durch die Unterstützung unseres Netzwerkes aus Aktionären aber einen sehr sauberen Start hingelegt.

Tim Verhoeven:  Inwieweit hast du dich beraten lassen zu den ganzen "Formalitäten" einer Gründung?

Robin Sudermann: Zwar hat unser Gründerteam schon viele Kompetenzen mitgebracht und wir hatten auch schon Erfahrung mit Unternehmensgründungen, aber hauptsächlich war es das Netzwerk unserer ersten Investoren, das uns beraten hat. Dass wir uns für die Gesellschaftsform einer AG entschieden haben, ist z.B. eine Konsequenz daraus. Außerdem war es sehr hilfreich, einen erfahrenen Controller und Buchhalter an Bord zu holen, um auf Wachstum und neue Investoren vorbereitet zu sein.

Tim Verhoeven: Wie schwer war es anfangs andere von deiner Geschäfts-Idee zu überzeugen?

Robin Sudermann: Von der Idee waren eigentlich alle sehr schnell begeistert, außer meinen Mitgründern vor allem die Investoren. Auch die ersten Mitarbeiter waren bald an Bord. Gegründet haben wir zu fünft im März, im August waren wir schon rund ein Dutzend Mitarbeiter. Schwerer war es da schon, die ersten zahlenden Kunden zu gewinnen. Während Bewerber die Plattform direkt gut aufnahmen, haben wir bei Unternehmen noch viel Überzeugungsarbeit leisten müssen. Manche Personaler konnten mit Talents Connect zu Beginn nicht viel anfangen. Wir haben daraus gelernt und die Plattform und auch unser B2B-Marketing weiterentwickelt.

Tim Verhoeven: Was würdest du einem Absolventen raten, der ein Startup in der HR-Branche gründen möchte?

Robin Sudermann: Man sollte mit der Frage anfangen, welches Problem man lösen will – und herausfinden, ob dieses Problem auch wirklich existiert und ob ein Markt für dessen Lösung vorhanden ist. Wichtig ist dann vor allem, dass man nicht Jahre im Labor verbringt, sondern agil arbeitet. Wer seine Idee über lange Zeit in ein scheinbar fertiges Produkt verwandelt, der verliert schnell den Anschluss an den Markt, übersieht neue Trends und bekommt kein Feedback potentieller Kunden. In der agilen Entwicklung werden die Kunden einbezogen, ihr Feedback beeinflusst direkt das Produkt. Ich kann nur dazu raten, diesen Weg zu gehen und sich nicht zu lange zu verstecken.

1 Kommentar:

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