Sonntag, 20. September 2015

Mein kritischer Rückblick auf die Zukunft Personal und die HR-Night

Es war wieder einmal soweit – die alljährliche Zukunft Personal in Köln fand in dieser Woche vom Dienstag bis Donnerstag statt. Im letzten Jahr habe ich live von der Zukunft Personal gebloggt und auch meine Kritik an diesem Format geäußert. Schauen wir uns doch einmal genauer an, ob die Organisatoren der Zukunft Personal aus der Kritik gelernt haben und was sich sonst auf der Zukunft Personal geändert hat im Vergleich zum Vorjahr.
Auch wenn sich die Zukunft Personal von ihrem Grundkonzept in den letzten Jahren nicht geändert hat, so haben sich doch ein paar Dinge verändert - auf der Messe und im Umfeld der Messe (Die HR-Night).

Nehmen wir uns diese Dinge mal etwas genauer unter die Lupe:


1. Start-up Village:
  • Konzept: Nachdem es im letzten Jahr schon mehr oder minder zufällig die Ansammlung von einigen Startups am selben Standort gab, wurde dieses Konzept in diesem Jahr institutionalisiert. Unter der Flagge „Start-up Village“.
  • Meine Einschätzung: Eine tolle Idee – die ich auch schon im letzten Jahr gefordert hatte. Genau solche Unternehmen sind es, die die Würze in die Suppe bringen. Fast alles positive Feedback, was ich von anderen Besuchern gehört habe, stand in Verbindung mit Unternehmen aus dem Start-up Village. Leider habe ich als Messe-Besucher nicht verstanden, warum manche Start-Ups nun dort waren und manche als normaler Aussteller abseits des Start-up Villages.
  • Was ich mir nächstes Jahr wünsche: Eine prominentere Platzierung, mehr Spielraum, und evtl. mehr interaktive Formate mit den Start-ups. Warum nicht eine HR-Battle zwischen zwei Start-Ups, die einen gegensätzlichen Ansatz verfolgen? Auf jeden Fall aber sollte dieses Format beibehalten werden und mein erster Eindruck auf Grund von Gesprächen mit den Ausstellern im Start-up Village bestätigt, dass es sich auch für die Unternehmen gelohnt hat, da diese so mehr Aufmerksamkeit bekamen.

2. Meet-The-Blogger:
  • Konzept:Verschiedene Blogger aus der gesamten HR-Szene (nicht nur aus den Bereichen Personalmarketing und Recruiting) haben jeweils einen Zeitslot von einer Stunde zur freien Verfügung gehabt, welchen Sie nach eigenem Belieben mit Inhalt füllen konnten. Es war nahezu das komplette Who-is-who der HR-Blogger Szene vor Ort. Die Sessions fanden in einem kleinen Raum statt, welcher sitzend für ca 10-15 (stehend bis ca 25 Personen) Platz bot.
  • Meine Einschätzung: Die Resonanz des Publikums war sehr positiv – durch die Räumlichkeiten, hatte man kein so großes Publikum (ich schätze 10-25 Personen haben dort Platz gehabt) aber dadurch die Möglichkeit sehr interaktiv mit dem Publikum umzugehen. Es hatte also tatsächlich eher Workshop-Charakter anstatt Frontal-Beschallung. Ähnlich wie beim Start-up Village glaube ich, dass hier drin noch sehr viel mehr Potenzial steckt. Morgens begann die erste Session am Mittwoch mit Barbara Braehmer, bei der sich trotz dieser Uhrzeit eine sehr große Zuhörerschaft gebildet hat.Vor meinem Slot fand die Session von Eva Zils statt, bei welcher auch ein großer Andrang herrschte.
  • Was ich mir nächstes Jahr wünsche: Die Vermarktung auf der Zukunft Personal ist sicherlich noch nicht ganz optimal gelöst. Selbstverständlich hat jeder Blogger schon vorher die digitale Werbetrommel gerührt – aber auf der Messe hätte es mehr und bessere Verweise geben können. Daneben würde ich mir wünschen, dass es neben den Workshops noch andere Formate gibt - in Richtung eines Get-Togethers.

3. HR-Night:

  • Konzept: Die HR-Night von Henner Knabenreich ist ein Net(t)working-Event, welcher zeitlich im Rahmen der Zukunft Personal stattfand, aber nicht offizieller Teil der Zukunft Personal war. Falls ich mich hier irre, berichtige mich bitte lieber Henner :-)
  • Meine Einschätzung: Ich würde sagen, dass sich das Publikum in drei verschiedene Gruppen unterteilte. Erstens diejenigen, die mehr oder minder regelmäßig auf HR-Fachveranstaltungen sind, regelmäßig Blogs lesen und ggf auch selbst bloggen. Hierzu zähle ich mich selbst. Die zweite Zielgruppe sind Dienstleister und die dritte Zielgruppe sind Personaler, die (fast) das erste mal auf einer solchen Veranstaltung waren. Ich würde sagen, dass es eine gesunde Mischung von allen Gruppen war. Ich kann nur für mich - und stellvertretend für meine Gruppe sprechen: Ich war rundum zufrieden. Rundum? Naja, die eher magere kulinarische Verpflegung ist dann doch dem einen oder anderen und auch mir negativ aufgestoßen.
  • Was ich mir nächstes Jahr wünsche: Am meisten wünsche ich mir natürlich, dass es auch im nächsten Jahr wieder die HR-Night gibt :-) Aber da ich davon ausgehe, dass diese Veranstaltung ein Erfolg war, habe ich davor keine Angst. Neben dem oben angesprochenen Verpflegungs-Engpass, würde ich mir im nächsten Jahr etwas bessere Akustik wünschen, bei Vorträgen. Diese sind leider komplett an mir und vielen anderen vorüber gegangen.


Daneben gab es natürlich das klassische Messe-Format (sehr viele Aussteller und sehr viele Vorträge unterschiedlichster Qualität), welches ich vor allem am zweiten Tag beurteilen kann – insbesondere wegen des Thementags „Candidate Experience“. Hierzu folgt bald ein eigenständiger Artikel, welcher sich mit meinen Eindrücken auf der Zukunft Personal zum Thema Candidate Experience befasst.

Was wurde aus meinem Fazit 2014?

In meinem Blogbeitrag zur Zukunft Personal 2014 habe ich drei Optimierungspunkte angesprochen und möchte natürlich prüfen, inwieweit sich das Orga-Team der Zukunft Personal diese Punkte zu Herzen genommen hat.

Statement von Tim Verhoeven (2014)
Zu viele Überschneidungen. Die grundsätzliche Frage, die sich jeder Besucher dieser Messe stellen muss: will ich konsumieren oder interagieren. Beides gleichzeitig klappt nicht. Dafür sind viel zu viel thematisch überschneidende Beiträge zu eng hintereinander getaktet. [...]
Also liebe Zukunft Personal: Gebt den Menschen mehr Möglichkeit zu interagieren und vermeidet Überschneidungen. 
[...]Niemand möchte auf eine Messe nur die Aussteller sehen, die man kennt und deren Angebote man kennt. Zum 6. Mal in Folge den Eismann von Jobware zu sehen, langweilt. Also liebe Zukunft Personal: nächstes Jahr eine Start-Up Fläche und günstigere Aussteller-Preise. DIESE UNTERNEHMEN ZIEHEN AN!
[...] eine tolle HR-Community  (viele bekannte Gesichter aus der Szene und Blogger). Also liebe Zukunft Personal: nächstes Jahr einen kleinen Meeting-Point für Blogger einrichten. Das hilft auch der positiven PR.
Subjektiv würde ich sagen, dass die Überschneidungen weniger waren, als 2014. Da haben die Organisatoren gute Arbeit geleistet. Dies könnte natürlich auch daran liegen, dass Formate wie der "HR-Innovation-Slam" in diesem Jahr leider nicht mehr dabei waren.

Das Start-up Village sehe ich mal als genau das, was ich vorgeschlagen habe. Ein guter Schritt dahin, dass die Messe innovativer wird und dem erwartungstriefenden Namen gerecht wird.

Aus dem Meeting-Point wurde eine eigene Blogger-Lounge und ein Programmpunkt "Meet the Blogger". Schöne Umsetzung bzw. Erweiterung meiner Idee - und auch hier ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Summa summarum bin ich sehr positiv davon überrascht, dass die Orgnisatoren der Zukunft Personal sich anscheinend viele meiner Kritik-Punkte zu Herzen genommen haben.

Wer übrigens mehr über die Zukunft Personal 2015 lesen möchte, dem kann ich folgeden beiden Artikel ans Herz legen:

Kommentare:

  1. Hallo Tim, vielen Dank für den interessanten Rückblick. Zu deiner Frage, warum sich einiges Startups auch ausserhalb der Village bewegt haben: In der Village gab es leider nur kleine Stände und zwei Stände zusammen zu legen war leider nicht möglich (Quote:"Wenn ihr euch zwei Stände leisten könnt, seid ihr ja kein Startup mehr"). Auch wenn wir ausserhalb des Dorfes unsere Zelte aufschlagen mussten, finde ich die Initiative gelungen und hoffe, dass die Messe auch in den nächsten Jahr verstärkt auf die Zukunft setzen wird.

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    1. Hi Arnim,
      ja, eine ähnliche Rückmeldung habe ich auch von den Organisatoren der ZP bekommen. Vielleicht wird es im nächsten Jahr ein größeres Start-Up-Village geben. Oder etwas wie ein "Innovation Village", wo dann etwas etablierteren Start-Ups stehen. Ich halte es schon für wichtig, dass das eine Art von Cluster etabliert wird.

      Wie siehst du das?

      VG

      Tim

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