Montag, 14. Mai 2018

Leidenschaft? Herzblut? Oder warum mache ich hier das eigentlich?

Am Freitag vor etwas über einer Woche war es mal wieder so weit - es gab eine Podiumsdiskussion zum Thema Recruiting bei der ich teilnehmen durfte. Rahmen war die Gravity Konferenz in Berlin und neben mir waren die geschätzten Mit-Blogger/innen Marcel Rütten, Anne Engelshowe und Eva Stock. Das detailliertere Thema war „Herzblut und Leidenschaft im Recruiting“. Ja, es klingt tatsächlich ein wenig esotherisch, aber es ist absolut interessant, wenn man sich mit dem Thema mal tiefgehender beschäftigt.


Zwei Punkte möchte ich hier noch einmal verschriftlichen:

1.) Was meinen Unternehmen eigentlich, wenn wir über Leidenschaft sprechen?
Meiner Meinung nach ist Leidenschaft das Buzzword überhaupt im Recruiting. Jeder möchte Bewerber, die mit Leidenschaft ihren Job machen. Wirklich?! Ist Leidenschaft nicht Company-Sprech für "Soll gerne Überstunden machen" oder "Soll nicht so viel Wert auf monetäre Anzeize legen" oder "Soll sich auch in seiner Freizeit mit dem Thema beschäftigen - freiwillig" ?

Meiner Meinung nach geht es hierbei eher um die Frage nach Motivations-Strukuren. Was motiviert einen Menschen? Woher zieht er seine Kraft? Was lässt ihn morgens aufstehen?

2) Was motiviert mich eigentlich dazu, in meiner (viel zu geringen) Freizeit ein Blog zu schreiben? 
Im Herbst 2011 habe ich angefangen mit diesem Blogund im Februar 2012 habe ich meinen ersten Blogartikel veröffentlicht. Das ist schon echt lange her - und ist tatsächlich die größte Konstante in meinem Leben neben Familie, Verlobte (sehr bald Ehefrau) und Freunden.

In der Zeit habe ich in Paderborn, Wuppertal, Düsseldorf und Frankfurt gelebt; bei Weidmüller, der TKN AG (bzw Elegance) und BearingPoint gearbeitet und war inhaltlich mal für Employer Branding, mal für komplette HR-Arbeit und jetzt für Recruiting verantwortlich. Modeunternehmen, alter deutscher Mittelstand, internationale Unternehmensberatung. Insolvenz, Stagnation, riesiges Wachstum.

Der einzige gemeinsam Nenner: nichts davon hat meine Begeisterung für Recruiting geschmälert - im Gegenteil! Von außen betrachtet ist es ja nur ein Blog . Hin und wieder mal ein Artikel. Wer schon einmal selbst geschrieben hat, weiß jedoch, dass hinter vermeintlich leichten und lockeren Artikeln auch eine Menge Arbeit steckt.

Warum mache ich das dann? Weil ich meinen Beitrag dazu leisten möchte, dass Recruiting das wird, was Recruiting sein sollte. Ich kann das Jammern nicht mehr hören, dass Recruiting nicht die Anerkennung bekommt, die es eigentlich bekommen sollte. Es liegt an jedem von uns, dies mit zu ändern - auch wenn manche bessere Start-Bedingungen haben als andere. Recruiting wird auch in Zukunft DAS Thema der Stunde sein. Aber Recruiting wird nur so gut werden, wie wir es machen! Und das geht nur dadurch, dass wir verstehen wie Recruiting funktioniert und das bedeutet heutzutage, dass wir uns alle mit Technik, IT und sehr viel Zahlen auseinandersetzen müssen. Das bedeutet auch Change - und auch dafür schreibe ich mein Blog - um Recruitern die Angst vor diesen neuen Themen zu nehmen und die tollen Möglichkeiten dessen zu zeigen.

Daneben hat dieses Blog für mich auch das Tor zu einer sensationellen Community geöffnet von vielen tollen Persönlichkeiten. Ein paar davon möchte ich hier kurz hervorheben, da mir die Gespräche und Diskussionen mit denen immer wieder Energie und Motivation geben - auch wenn man sich gar nicht so oft gesehen hat: Henrik Zaborowski, Stefan Scheller, Robindro Ullah, Carl Christoph Fellinger, Jo Dierks, Michael Witt, Madeline Gremme, Marcel Rütten, Christoph Skrobol und viele viele mehr. Vielen Dank an Euch für viele inspirierende Gespräche, die mich immer wieder motivieren und Energie geben!

1 Kommentar:

  1. Schöner Artikel. Gefühle sind im Management doch meistens Tabuthema. Ob es nun um die Leidenschaft oder im Gegenteil den Frust geht. Das sagte mir jedenfalls auch Prof. Dr. Lewkowicz im Interview. Dabei kann man viel über sich und andere lernen, wenn man sich selbst ab und zu ehrlich reflektiert.

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